Gesund bleiben

MS und Sport – Bewegung statt Schonung

Mein Leben mit MS:

Hallo und herzlich willkommen bei MS-Voices! Ich bin Irene, und hier dreht sich alles um das Leben mit Multipler Sklerose (MS). Als ich vor einigen Jahren die Diagnose erhielt, hat sich mein Alltag auf den Kopf gestellt – und ich war plötzlich mit unzähligen Fragen, Ängsten und Herausforderungen konfrontiert. In diesem Blog möchte ich meine persönlichen Erfahrungen mit euch teilen und Menschen eine Stimme geben, die unter MS leiden. Wie ist das wirklich, mit MS zu leben? Wie verändert es den Alltag, die Beziehungen und die Zukunftsplanung? Hier gibt es ehrliche Einblicke, praktische Tipps und die ein oder andere Anekdote aus meinem Leben – direkt aus dem Herzen einer Betroffenen.

Lange Zeit hieß es: MS-Kranke sollen sich schonen.

Das war Quatsch.

Heute wissen wir: Sport ist eines der Besten, was du mit MS tun kannst.

Ich weiß, das klingt paradox. Du bist müde, erschöpft, deine Beine wollen nicht so wie du willst. Und dann soll Sport helfen? Ja. Genau das.

Warum?

Sport stärkt deine Muskulatur. Und starke Muskeln helfen dir, besser zu gehen, besser zu stehen, besser zu koordinieren.

Sport hilft gegen Fatigue. Klingt paradox, aber es stimmt. Wer sich bewegt, hat mehr Energie. Studien zeigen das immer wieder.

Sport hilft gegen Depression. Bewegung setzt Endorphine frei. Die machen gute Laune.

Sport verbessert dein Gleichgewicht. Du stürzt seltener.

Sport hält dich beweglich. Spastik wird weniger.


Weitere Themen:

Was ist mit dem Uhthoff-Phänomen?

Stimmt, bei Hitze oder erhöhter Körpertemperatur können sich MS-Symptome verschlechtern. Aber das ist vorübergehend. Sobald du abkühlst, geht es wieder.

Heißt das, du sollst keinen Sport machen? Nein. Heißt das, du sollst es clever machen? Ja.

Wie trainierst du mit MS?

Fang langsam an. Du musst nicht gleich Marathon laufen. Ein Spaziergang reicht für den Anfang.

Such dir was, das dir Spaß macht. Schwimmen, Radfahren, Yoga, Pilates, Nordic Walking, Krafttraining. Alles geht.

Trainiere regelmäßig. Lieber dreimal die Woche 20 Minuten als einmal zwei Stunden.

Höre auf deinen Körper. Wenn er sagt “Stopp”, dann stopp.

Trainiere nicht bei einem Schub. Warte, bis er vorbei ist.

Krafttraining oder Ausdauer?

Beides. Am besten kombiniert. Ausdauertraining stärkt dein Herz-Kreislauf-System und hilft gegen Fatigue. Krafttraining baut Muskeln auf und schützt vor Stürzen.

Ein Physiotherapeut, den ich interviewt habe, sagte: “Muskeln sind deine Lebensversicherung. Je mehr du davon hast, desto länger bleibst du mobil.”

Kann Sport Schübe auslösen?

Nein. Sport löst keine Schübe aus. Aber Sport bei einem akuten Schub ist keine gute Idee. Warte, bis der Schub vorbei ist, und fang dann wieder an.

Mein Tipp:

Such dir einen Physiotherapeuten, der Ahnung von MS hat. Lass dir einen Trainingsplan erstellen, der zu dir passt. Und dann: Los geht’s.

“Du bist nicht zu schwach für Sport. Du brauchst Sport, um nicht schwach zu werden.” Das hat mir eine Betroffene mal gesagt, die trotz fortgeschrittener MS noch regelmäßig trainiert. Und sie hat recht.

MS ist kein Grund, auf der Couch zu bleiben. Im Gegenteil. Bewegung ist Medizin.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, diesen Beitrag zu lesen! Ich hoffe, dass meine Erfahrungen dir ein Stück Klarheit oder Ermutigung schenken konnten. Als ich die Diagnose MS bekam, fühlte ich mich oft allein und überfordert. Genau deshalb habe ich ein Buch geschrieben, das ich selbst damals so dringend gebraucht hätte. „Spring, damit du fliegen kannst.: Ein Selbsthilfe-Ratgeber für MS-Erkrankte und ihre Angehörigen.“ Es ist bei Minerva-Vision erschienen. Wenn du Interesse hast, schau es dir gerne an – vielleicht ist es genau das, was auch dir weiterhelfen kann. Oder hör dir meinen Podcast „MS-Voices“ an. Bis zum nächsten Mal!

Du hast auch MS und möchtest mit mir in meinem Podcast darüber sprechen? Dann schreib mir eine Mail an: redaktion@minerva-vision.de.


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