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Frauenmantel – Schutzmantel für jede Lebensphase

Das Wichtigste in Kürze: Warum Frauenmantel dein treuer Begleiter durchs Frauenleben sein kann

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) begleitet Frauen durch alle Lebensphasen – von der Pubertät bis in die Wechseljahre. Die Pflanze reguliert den Menstruationszyklus, lindert Krämpfe, unterstützt bei Kinderwunsch durch ihre progesteronähnlichen Phytohormone, kann in der Frühschwangerschaft stabilisieren und bereitet auf die Geburt vor. Im Wochenbett fördert sie Heilung und Milchbildung, in den Wechseljahren gleicht sie hormonelle Schwankungen aus. Auch bei Verdauungsbeschwerden und Wundheilung wirkt sie durch ihre Gerbstoffe.

⚠️ Aber Vorsicht: In der Schwangerschaft nur in den ersten 3 Monaten und den letzten 2 Wochen vor dem Termin anwenden! Vom 4. bis 8. Monat kann die wehenfördernde Wirkung eine Frühgeburt auslösen. Sprich mit deiner Hebamme!

Minerva VISION Insight: Früh morgens siehst du auf den Blättern goldene Tropfen schimmern – die Alchemisten sammelten sie in der Hoffnung auf Gold. Sie fanden keines, aber sie hatten recht: Diese Guttationstropfen enthalten Heilkraft, kostbarer als jedes Edelmetall.
💡 Redaktions-Tipp: Bei Kinderwunsch: 2-3 Tassen Frauenmanteltee täglich über mehrere Monate. Viele Frauen berichten, dass ihr Zyklus regelmäßiger wird und der Körper seinen natürlichen Rhythmus findet.

Aber lies weiter…

In dieser Serie lernst du Heilpflanzen kennen, die die Natur für uns wachsen lässt:

  • Teil 1: Schafgarbe – Das vergessene Frauenkraut der Achilles
  • Teil 2: Brennnessel – Die unterschätzte Königin der Heilpflanzen
  • Teil 3: Johanniskraut – Sonnenlicht für dunkle Tage
  • Teil 4: Frauenmantel – Schutzmantel für jede Lebensphase ← Du bist hier
  • Teil 5: Spitzwegerich – Der Hustenheiler am Wegesrand (erscheint nächste Woche)
  • Teil 6: Ringelblume – Calendulas goldene Heilkraft (in 2 Wochen)
  • Teil 7: Beifuß – Die kraftvolle Mutter aller Kräuter (in 3 Wochen)
  • Teil 8: Gänsefingerkraut – Der Krampflöser aus der Wiese (in 4 Wochen)

Die Pflanze mit den goldenen Tautropfen

Es gibt Pflanzen, die tragen ihren Zweck im Namen. Der Frauenmantel ist so eine. Wenn du ein Blatt anschaust, siehst du die Form: rund, gefaltet, wie ein Mantel. Wie ein schützender Umhang, der eine Frau einhüllt. Und genau das tut diese Pflanze. Sie umhüllt, sie schützt, sie begleitet Frauen durch alle Phasen ihres Lebens.

Von der ersten Periode bis ins hohe Alter. In der Jugend, wenn der Zyklus noch unregelmäßig ist. In den fruchtbaren Jahren, wenn der Kinderwunsch da ist. In der Schwangerschaft, wenn neues Leben heranwächst. Bei der Geburt, wenn der Körper sich öffnen muss. Im Wochenbett, wenn die Wunden heilen sollen. In den Wechseljahren, wenn sich alles verändert. Der Frauenmantel ist da, immer.

Die alten Hebammen und Kräuterfrauen kannten diese Pflanze gut. Sie gaben sie den jungen Mädchen, den schwangeren Frauen, den Müttern im Wochenbett. Sie wussten: Der Frauenmantel ist mehr als ein Kraut. Er ist ein treuer Begleiter, ein stiller Helfer, ein Geschenk des Schöpfers für die Frauen.

Ich möchte dir heute von dieser wunderbaren Pflanze erzählen. Von ihrer sanften Kraft, die nicht drängt, sondern unterstützt. Von ihrer Fähigkeit, den Körper zu kräftigen, ohne ihn zu überfordern. Von den vielen Möglichkeiten, wie du sie nutzen kannst. Und ich möchte dir zeigen, dass du nicht allein bist auf deinem Weg als Frau. Der Herrgott hat dir einen Helfer gegeben, der auf jeder Wiese wächst.

Der Name Frauenmantel hat viele Geschichten. Die eine sagt: Die Blätter ähneln dem Mantel der Jungfrau Maria auf den alten Heiligenbildern. Rund, gefaltet, schützend. Deshalb nannte man die Pflanze Liebfrauenmantel oder Marienmantel. Sie stand unter dem Schutz der Gottesmutter und sollte den Frauen beistehen.

Die andere Geschichte ist noch älter. Frühmorgens, wenn die Sonne gerade aufgeht, siehst du auf den Blättern des Frauenmantels goldene Tropfen schimmern. Die Menschen dachten, es sei Tau. Aber es ist kein Tau. Es sind Tropfen, die die Pflanze selbst ausschwitzt. Guttationstropfen nennt man das heute. Die Pflanze presst Wasser aus speziellen Öffnungen an den Blatträndern heraus.

Die Alchemisten im Mittelalter glaubten, diese Tropfen seien etwas Besonderes. Sie sammelten sie früh morgens, bevor die Sonne sie trocknen konnte. Sie hofften, damit Gold herstellen zu können oder ein Elixier der ewigen Jugend. Deshalb heißt die Pflanze auch Alchemilla – die kleine Alchemistin. Ihre Bemühungen waren vergeblich. Aber sie hatten recht mit einer Sache: In diesen Tropfen steckt etwas Wertvolles. Nicht Gold im wörtlichen Sinn, aber Heilkraft.

Der alte deutsche Name Sinnau kommt von sin, das bedeutet immer oder ewig, und au, das bedeutet Wasser. Das immerwährende Wasser. Die Pflanze, die immer Wasser in sich trägt, die immer gibt, was sie hat. Das ist eine schöne Beschreibung für den Frauenmantel. Er gibt großzügig, er ist verlässlich, er ist da.

In manchen Gegenden nennt man ihn auch Milchkraut, weil er nach der Geburt die Milchbildung anregen soll. Oder Gewittergras, weil man glaubte, er schütze vor Blitzschlag. An Fronleichnam flochten die Menschen Kränze aus Frauenmantel und trugen sie in der Prozession. Es war eine heilige Pflanze, eine Schutzpflanze, eine Segenspflanze.

So erkennst du den Frauenmantel überall

Der Frauenmantel ist eine bescheidene Pflanze. Er wird nicht höher als dreißig bis fünfzig Zentimeter. Er wächst auf Wiesen, an Waldrändern, an Bachufern, in den Bergen. Er mag es feucht, er mag Halbschatten, er ist anspruchslos. Wo er sich wohlfühlt, bildet er ganze Teppiche. Dann sieht die Wiese aus, als läge ein grüner Mantel darüber.

Die Blätter sind das Besondere. Sie sind rundlich, fast kreisförmig, am Rand gezähnt. Sie haben sieben bis elf Lappen, die wie Finger von einer Hand ausgehen. Wenn du ein Blatt mit dem Stiel nach unten hältst, ähnelt es wirklich einem Mantel oder einem Rock. Die Oberseite ist grün, manchmal silbrig behaart. Die Unterseite ist heller, samtweich.

Die Blätter sind gefaltet, gewellt, kelchartig. In der Mitte, wo die Falten zusammenlaufen, sammelt sich das Wasser. Morgens liegen dort die goldenen Tropfen. Das ist das Erkennungszeichen, das Signum dieser Pflanze.

Die Blüten sind unscheinbar. Klein, gelbgrün, in lockeren Dolden. Sie haben keine Kronblätter, wie wir sie von anderen Blumen kennen. Nur kleine Kelchblätter. Von Mai bis August blüht der Frauenmantel. Die Blüten sind nicht spektakulär, aber sie gehören dazu. Sie vervollständigen die Pflanze.

Nach der Blüte bilden sich kleine Nüsschen. Unscheinbar, wie alles an dieser Pflanze. Aber in jedem steckt ein Samen, aus dem eine neue Pflanze wachsen kann. Der Frauenmantel vermehrt sich leicht. Manchmal sogar ohne Befruchtung, aus sich selbst heraus. Das ist typisch für ihn: Er braucht nicht viel, er gibt viel.

Der Frauenmantel gehört zur Familie der Rosengewächse. Das merkt man ihm nicht an, wenn man ihn anschaut. Aber wenn man weiß, was Rosen bedeuten – Weiblichkeit, Schönheit, Liebe, Fruchtbarkeit – dann passt es. Der Frauenmantel trägt die Ur-Idee der Weiblichkeit in sich. Er ist eine Venus-Pflanze, wie die Kräuterkundigen sagen. Sanft, ausgleichend, nährend.

Die Heilkräfte, die die Natur hineingelegt hat

Was macht den Frauenmantel zu einem solchen Segen für Frauen?

Gerbstoffe sind das Wichtigste, sechs bis acht Prozent. Das ist viel für eine Heilpflanze. Diese Gerbstoffe, besonders die Ellagitannine, haben eine zusammenziehende Wirkung, adstringierend nennen das die Fachleute. Was bedeutet das? Sie ziehen Gewebe zusammen, straffen es, festigen es. Das ist wichtig bei Wunden, bei Entzündungen, bei Schwäche im Unterleib. Die Gerbstoffe machen den Frauenmanteltee herb im Geschmack, fast bitter. Manche mögen das nicht. Aber gerade diese Bitterkeit zeigt: Die Wirkstoffe sind da. Der Körper braucht manchmal das Herbe, das Zusammenziehende. Nicht alles Heilsame schmeckt süß.

Flavonoide sind ebenfalls reichlich vorhanden, etwa zwei Prozent. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, vor allem Quercetin-Glykoside. Sie wirken entzündungshemmend, krampflösend, zellschützend. Sie sind die sanften Helfer, die im Hintergrund wirken.

Bitterstoffe regen die Verdauung an, stärken den Magen, fördern die Gallentätigkeit. Auch wenn der Frauenmantel hauptsächlich für Frauenleiden bekannt ist, hilft er auch bei Magen-Darm-Beschwerden. Die Bitterstoffe sind dafür verantwortlich.

Dann gibt es Saponine, Glykoside, ätherische Öle in kleinen Mengen. Und etwas ganz Besonderes: pflanzliche Hormone, Phytohormone, die dem körpereigenen Progesteron ähneln. Das ist der Schlüssel zu vielen Wirkungen des Frauenmantels auf den weiblichen Körper.

Progesteron ist eines der wichtigsten Hormone für Frauen. Es reguliert den Zyklus, bereitet die Gebärmutter auf eine Schwangerschaft vor, erhält eine bestehende Schwangerschaft. Ein Mangel an Progesteron kann zu unregelmäßigen Perioden führen, zu Zyklusstörungen, zu Fehlgeburten, zu Wechseljahresbeschwerden. Der Frauenmantel liefert pflanzliche Stoffe, die dem Körper helfen, sein eigenes Hormongleichgewicht zu finden.

Das ist das Wunderbare: Der Frauenmantel erzwingt nichts. Er bietet dem Körper Bausteine an, die dieser nutzen kann, wenn er sie braucht. Er reguliert sanft, ausgleichend, harmonisierend. Genau so, wie ein guter Mantel schützt, ohne einzuengen.

Bei welchen Leiden der Frauenmantel seine Kraft entfaltet

Nun zum Wichtigsten: Wofür kannst du den Frauenmantel nutzen? Bei welchen Beschwerden entfaltet er seine Heilkraft?

Bei Menstruationsbeschwerden

Krämpfe, Schmerzen, starke Blutungen, unregelmäßige Perioden – der Frauenmantel hilft. Die krampflösenden Flavonoide entspannen die Gebärmuttermuskulatur. Die Gerbstoffe reduzieren zu starke Blutungen. Die Phytohormone regulieren den Zyklus. Viele junge Frauen, deren Periode noch unregelmäßig ist, profitieren vom Frauenmantel. Auch Frauen mit PMS finden Linderung. Trinke ab der zweiten Zyklushälfte, etwa eine Woche vor der erwarteten Periode, täglich zwei bis drei Tassen Frauenmanteltee. Das bereitet den Körper vor, lindert Krämpfe, macht die Tage erträglicher.

Bei Kinderwunsch

Das ist ein großes Thema. Viele Frauen, die schwanger werden wollen, trinken Frauenmanteltee. Warum? Weil er den Zyklus reguliert. Weil er den Eisprung unterstützt. Weil er den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut fördert. Weil er die Gebärmutter kräftigt.

Ein regelmäßiger Zyklus mit einem Eisprung ist die Voraussetzung für eine Schwangerschaft. Der Frauenmantel hilft dem Körper, in diesen Rhythmus zu finden. Nach dem Eisprung sorgt das pflanzliche Progesteron dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut gut aufgebaut ist. Die befruchtete Eizelle kann sich leichter einnisten.

Bei Gelbkörperschwäche, wenn zu wenig Progesteron gebildet wird, kann der Frauenmantel ausgleichen. Natürlich ist er keine Garantie. Aber er ist eine sanfte Unterstützung für den Körper, seine Aufgabe zu erfüllen.

In der Schwangerschaft

Hier muss man vorsichtig sein und genau aufpassen! Der Frauenmantel kann in der Schwangerschaft helfen, aber nur zu bestimmten Zeiten.

In den ersten drei Monaten kann er die Schwangerschaft erhalten. Das pflanzliche Progesteron unterstützt die Gebärmutter, hält die Schwangerschaft stabil. Frauen, die schon Fehlgeburten erlebt haben, trinken oft Frauenmanteltee in den ersten Wochen. Ein bis zwei Tassen täglich.

Aber Achtung: Ab dem vierten Monat solltest du aufhören! Der Frauenmantel hat eine leicht wehenfördernde Wirkung. In der Mitte der Schwangerschaft willst du das nicht. Du willst, dass das Kind in Ruhe wachsen kann.

Erst in den letzten zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnst du wieder. Jetzt ist die wehenfördernde Wirkung erwünscht. Der Frauenmantel bereitet die Gebärmutter vor, lockert die Beckenmuskulatur, erleichtert die Geburt.

Der Schweizer Kräuterpfarrer Johann Künzle schrieb: Allen gesegneten Müttern ist täglicher Genuss von Frauenmanteltee sehr zu empfehlen, da er selbst unter schwierigen Umständen eine leichte Geburt und ein gesundes Kind bringt. Das ist eine starke Aussage. Aber viele Hebammen bestätigen: Frauen, die Frauenmanteltee trinken, haben oft leichtere Geburten.

Im Wochenbett

Nach der Geburt ist der Frauenmantel ein Segen. Die Gerbstoffe fördern den Wundschluss. Die Gebärmutter zieht sich schneller zusammen. Blutungen werden reduziert. Die Gefahr des Kindbettfiebers sinkt.

Außerdem fördert der Frauenmantel die Milchbildung. Deshalb heißt er ja auch Milchkraut. Frauen, die stillen wollen, trinken Frauenmanteltee zusammen mit Bockshornklee und Brennnessel. Das gibt reichlich Milch.

Das Bindegewebe wird gestärkt, was wichtig ist nach einer Geburt. Der ganze Körper hat sich gedehnt, gelockert. Jetzt braucht er Unterstützung, um sich wieder zu festigen. Der Frauenmantel hilft dabei.

In den Wechseljahren

Wenn die Hormone zurückgehen, wenn der Körper sich verändert, wenn Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen kommen – der Frauenmantel kann begleiten. Er gleicht aus, er beruhigt, er stützt.

Das pflanzliche Progesteron hilft dem Körper, den Hormonabfall sanfter zu gestalten. Die Beschwerden fallen nicht so stark aus. Viele Frauen erleben die Wechseljahre mit Frauenmanteltee als erträglicher.

Bei Verdauungsbeschwerden

Durchfall, Magen-Darm-Beschwerden – die Gerbstoffe des Frauenmantels wirken zusammenziehend auf die Darmschleimhaut. Bakterien und Viren können sich schlechter festsetzen. Das ist medizinisch anerkannt und gut belegt.

Bei Wunden und Entzündungen im Mundraum

Mit Frauenmanteltee gurgeln hilft bei Zahnfleischentzündungen, bei Halsschmerzen, bei Mundgeschwüren. Die zusammenziehende und entzündungshemmende Wirkung kommt hier voll zum Tragen.

Bei Blasenschwäche und Senkungsbeschwerden

Nach mehreren Geburten oder im Alter kommt es bei manchen Frauen zu Blasenschwäche, zu Gebärmuttersenkung, zu Blasensenkung. Der Frauenmantel stärkt das Gewebe im Beckenboden. Maria Treben empfahl Sitzbäder mit Frauenmantel, besonders mit dem Silbermantel, einer stark behaarten Form. Die Wirkung ist noch intensiver.

Wie du den Frauenmantel für dich nutzen kannst

Jetzt zeige ich dir, wie du diese wunderbare Pflanze konkret anwendest.

Frauenmanteltee – die Grundanwendung

Für eine Tasse Tee nimmst du einen bis zwei Teelöffel getrocknetes Frauenmantelkraut. Übergieße es mit kochendem Wasser. Lass den Tee etwa zehn Minuten ziehen. Dann seihe ihn ab.

Trinke zwei bis drei Tassen täglich, je nach Beschwerdebild. Bei Menstruationsbeschwerden in der zweiten Zyklushälfte. Bei Kinderwunsch täglich. In der frühen Schwangerschaft ein bis zwei Tassen. In den Wechseljahren regelmäßig über Wochen.

Der Geschmack ist herb, leicht bitter, etwas zusammenziehend. Du merkst, wie sich der Mund ein wenig zusammenzieht. Das sind die Gerbstoffe. Manche süßen den Tee mit Honig. Das ist erlaubt. Aber versuche, dich an den reinen Geschmack zu gewöhnen. Er zeigt dir, dass die Medizin wirkt.

Frauenmantel-Sitzbad – nach Maria Treben

Für ein Sitzbad nimmst du zweihundert Gramm getrocknetes Frauenmantelkraut oder Silbermantel. Gib es in einen Eimer mit fünf Litern kaltem Wasser. Lass es zwölf Stunden einweichen. Das ist wichtig! Die Wirkstoffe lösen sich am besten im Kaltansatz.

Am nächsten Tag erwärmst du den Ansatz. Nicht kochen, nur erwärmen. Seihe ab und gib den Absud ins Badewasser.

Bade etwa zwanzig Minuten. Die Temperatur sollte angenehm warm sein, nicht zu heiß. Das Herz bleibt über dem Wasser. Nach dem Bad trocknest du dich nicht ab. Wickle dich in einen Bademantel und leg dich für eine Stunde ins Bett. Ruhe ist wichtig. Die Wirkstoffe sollen einziehen, der Körper soll sich sammeln.

Solche Sitzbäder helfen bei Unterleibsentzündungen, bei Senkungsbeschwerden, bei Ausfluss, bei Blasenschwäche. Maria Treben empfahl sie wärmstens. Einmal pro Woche über mehrere Wochen.

Frauenmantel-Tinktur

Eine Tinktur ist praktisch und länger haltbar. Du stellst sie her wie andere Kräutertinkturen: Fülle ein Glas mit frischem oder getrocknetem Frauenmantelkraut. Übergieße es mit Kornbranntwein, mindestens achtunddreißig Prozent Alkohol. Verschließe das Glas. Lass es drei Wochen an einem warmen Ort stehen. Schüttle täglich. Dann seihe ab und fülle in dunkle Tropfflaschen.

Zur Anwendung nimmst du dreimal täglich fünfzehn bis zwanzig Tropfen in etwas Wasser. Die Tinktur ist konzentrierter als Tee und wirkt schneller.

Frauenmantel als Gurgelwasser

Bereite einen starken Tee zu: vier Teelöffel auf einen halben Liter Wasser. Lass ihn abkühlen. Gurgele damit mehrmals täglich bei Halsschmerzen, Zahnfleischentzündung oder Mundgeschwüren. Die Gerbstoffe ziehen zusammen, Entzündungen klingen ab.

Frauenmantel in der Schwangerschaftsteemischung

Viele Hebammen empfehlen eine Mischung für Schwangere:

  • Frauenmantel
  • Himbeerblätter
  • Johanniskraut
  • Melisse
  • Schafgarbe

Zu gleichen Teilen mischen. Zwei Teelöffel auf eine Tasse. Zwei bis drei Tassen täglich. Aber erst ab der vierzehnten bis sechzehnten Woche! Nicht früher, nicht in der Mitte der Schwangerschaft.

Sammeln und Aufbewahren

Wenn du Frauenmantel selbst sammeln möchtest, beachte einige Dinge.

Die beste Sammelzeit ist während der Blüte, von Mai bis August. Sammle an einem trockenen Tag, am besten vormittags, wenn der Tau abgetrocknet ist, aber die Mittagshitze noch nicht da ist.

Schneide die ganze Pflanze knapp über dem Boden ab oder nimm nur die oberen Teile mit Blättern und Blüten. Nimm nicht die Wurzel. Die Pflanze soll nachwachsen können.

Sammle nur an sauberen Stellen. Nicht am Straßenrand, nicht auf gedüngten Weiden. Der Frauenmantel nimmt alles auf, was im Boden ist. Du willst reine Heilkraft, keine Schadstoffe.

Zum Trocknen bindest du kleine Bündel und hängst sie kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort auf. Oder du breitest die Pflanzenteile auf einem Tuch aus. Wichtig ist, dass Luft zirkuliert, damit nichts schimmelt.

Der Frauenmantel ist trocken, wenn er raschelt und leicht bricht. Dann füllst du ihn in Gläser, verschließt sie gut und lagerst sie dunkel. Beschrifte mit Name und Datum. Getrockneter Frauenmantel hält sich etwa ein Jahr.

Du kannst Frauenmantel auch in der Apotheke oder im Kräuterladen kaufen. Achte auf Bioqualität. Die Wirkstoffe sollten garantiert sein.

Wann du vorsichtig sein solltest

Der Frauenmantel ist eine sehr sichere Heilpflanze. Nebenwirkungen sind selten. Aber es gibt einige Dinge zu beachten.

In der Schwangerschaft

Wie schon gesagt: Nur in den ersten drei Monaten und in den letzten zwei Wochen. Nicht dazwischen! Die wehenfördernde Wirkung könnte in der Mitte der Schwangerschaft eine Frühgeburt auslösen. Sei vorsichtig. Sprich mit deiner Hebamme.

Bei Kindern

Für Säuglinge und Kleinkinder gibt es keine ausreichenden Erfahrungen. Gib ihnen keinen Frauenmanteltee ohne ärztlichen Rat.

Bei Überdosierung

Zu viele Gerbstoffe können Magenbeschwerden verursachen, manchmal sogar Durchfall. Halte dich an die empfohlene Dosierung: zwei bis drei Tassen täglich, nicht mehr.

Bei Langzeitanwendung

Du kannst Frauenmanteltee über Wochen trinken, auch über Monate, wenn du einen chronischen Zustand hast. Aber mache zwischendurch Pausen. Gib dem Körper Zeit, sich selbst zu regulieren.

Und noch einmal: Heilkräuter sind wunderbar. Aber sie ersetzen keinen Arzt. Bei starken Blutungen, bei anhaltenden Beschwerden, bei Verdacht auf ernste Erkrankungen gehst du zum Arzt. Der Frauenmantel kann begleiten, unterstützen, oft heilen. Aber er ist kein Ersatz für medizinische Hilfe, wenn sie nötig ist.

Anne fand ihren Rhythmus

Ich möchte dir von Anna erzählen. Sie kam zu mir, als sie neunundzwanzig war. Sie und ihr Mann versuchten seit zwei Jahren, schwanger zu werden. Es klappte nicht. Der Arzt fand nichts. Alle Werte waren normal. Aber es passierte einfach nicht.

Anna war verzweifelt. Sie weinte oft. Jede Periode war eine Enttäuschung. Sie fragte sich: Warum bekomme ich kein Kind? Was ist falsch mit mir?

Ich schaute sie an und sagte: Vielleicht ist nichts falsch. Vielleicht braucht dein Körper nur ein bisschen Unterstützung. Ich riet ihr zum Frauenmantel. Täglich zwei Tassen Tee, über mehrere Monate. Dazu Ruhe, Geduld, Vertrauen.

Anna war skeptisch. Aber sie war auch bereit, alles zu versuchen. Sie kaufte Frauenmantel in der Apotheke und begann ihre Kur. Jeden Morgen eine Tasse. Jeden Abend eine Tasse. Sie richtete sich danach, trank mit Bedacht, mit Hoffnung.

Die ersten zwei Monate passierte nichts. Anna wollte aufgeben. Ich sagte: Gib der Natur Zeit. Zwei Jahre hast du gewartet. Gib ihr noch ein paar Monate.

Im dritten Monat bemerkte Anna eine Veränderung. Ihr Zyklus wurde regelmäßiger. Vorher war er oft dreißig, manchmal zweiunddreißig, manchmal achtundzwanzig Tage. Jetzt war er konstant neunundzwanzig Tage. Ihr Körper fand seinen Rhythmus.

Im fünften Monat blieb die Periode aus. Anna traute sich kaum zu hoffen. Sie wartete noch eine Woche. Dann machte sie einen Test. Positiv. Sie war schwanger.

Sie setzte den Frauenmanteltee fort, jetzt nur noch eine Tasse täglich, in den ersten Wochen. Sie wollte die Schwangerschaft unterstützen, ihr helfen zu bleiben. Dann hörte sie auf, wie ich es ihr geraten hatte.

Die Schwangerschaft verlief gut. Gegen Ende, zwei Wochen vor dem Termin, begann Anna wieder mit dem Tee. Die Geburt war nicht leicht – Geburten sind nie leicht. Aber die Hebamme sagte, Anna sei gut vorbereitet gewesen. Ihr Körper habe mitgearbeitet.

Das ist der Frauenmantel. Er ist keine Wundermedizin. Er verspricht nichts. Aber er ist da. Er unterstützt. Er begleitet. Und oft, sehr oft, geschieht dann das, was geschehen soll.

Ein Wort zum Schluss

Der Frauenmantel ist eine bescheidene Pflanze. Er prankt nicht mit leuchtenden Blüten. Er duftet nicht betörend. Er wächst still auf den Wiesen, sammelt morgens seine goldenen Tropfen, gibt sie wieder ab, wenn die Sonne kommt.

Aber in dieser Bescheidenheit liegt große Kraft. Eine Kraft, die Frauen durch ihr ganzes Leben begleiten kann. Von der ersten Periode bis zur letzten. Durch alle Höhen und Tiefen, durch Freude und Schmerz, durch Hoffnung und Verzweiflung.

Die alten Frauen wussten das. Die Hebammen, die Kräuterkundigen, die Großmütter. Sie gaben den jungen Frauen Frauenmanteltee. Sie sagten: Dieser Mantel schützt dich.

Und sie hatten recht. Der Frauenmantel ist mehr als ein Kraut. Er ist ein Symbol. Ein Symbol für das, was Frauen brauchen: Schutz, Halt, Begleitung.

Ich bitte dich: Wenn du eine Frau bist, lerne den Frauenmantel kennen. Ob du jung bist oder alt, ob du schwanger werden willst oder in den Wechseljahren bist, ob du gesund bist oder Beschwerden hast – der Frauenmantel kann dein Begleiter sein.

In der kommenden Woche erzähle ich dir vom Spitzwegerich, dem Hustenheiler am Wegesrand. Von einer Pflanze, die uns hilft, wenn die Atemwege leiden, wenn der Husten plagt, wenn die Stimme versagt.

In Dankbarkeit und Demut,
Elisabeth Bergmann

Über die Autorin

Elisabeth Bergmann (geb. 1952 im Salzburger Land) wuchs auf einem Bergbauernhof auf. Über vierzig Jahre lang sammelte sie Erfahrungen mit Heilpflanzen und half unzähligen Menschen mit ihrem Wissen.

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