“Das geht doch nicht”: Wo andere aufgeben, fängt sie erst an
Es gibt Sätze, die uns klein machen sollen, und Menschen, die genau daraus ihre größte Kraft ziehen. Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé ist so ein Mensch. “Das geht doch nicht” hat sie in ihrem Berufsleben oft gehört. Anstatt sich davon bremsen zu lassen, hat sie irgendwann beschlossen, diesen Satz umzudeuten: und zwar als Einladung, es trotzdem zu versuchen.
Für genau diese Haltung wurde die Chefärztin der Neurologie am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt jetzt mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt, überreicht von Ministerpräsident Boris Rhein in Wiesbaden. Eine Auszeichnung, die zeigt: Wer sich nicht von Zweifeln anderer entmutigen lässt, kann tatsächlich etwas bewegen, im eigenen Fach und weit darüber hinaus. Und wir von Minerva-Vision gratulieren dazu herzlich.
Wenn eine Klinik zur Herzensangelegenheit wird
Was Uta Meyding-Lamadé so besonders macht, ist nicht nur Fachliches. Sie gilt als eine der renommiertesten Neurologinnen Deutschlands. Es ist die Art, wie sie ihre Energie über die eigene Klinik hinaus einsetzt. Seit Jahren baut sie telemedizinische Projekte in Brunei und Sambia mit auf. Besonders am Herzen liegt ihr ein Hilfsprojekt im sambischen Lusaka, das sie seit 2020 begleitet: Dort ist eine neurologische Klinik samt Schlaganfallstation entstanden. Innerhalb von nur sechs Monaten ist die schlaganfallbedingte Sterblichkeit vor Ort um die Hälfte gesunken.
Meyding-Lamadé ist überzeugt, dass Länder mit weniger Ressourcen oft die klügeren, pragmatischeren Lösungen finden, etwa in der Telemedizin. Ihr eigener Satz dazu klingt fast wie eine kleine Lebensweisheit: Wir sollten aufhören zu glauben, wir hätten auf jede Frage schon die beste Antwort.
Mehr Zeit für das, was wirklich zählt
Auch beim großen Zukunftsthema Künstliche Intelligenz hat sie eine sehr pragmatische Haltung, die aufhorchen lässt. Es geht ihr darum, dass Ärztinnen und Ärzte von Bürokratie entlastet werden, damit am Ende wieder mehr Zeit für die Menschen bleibt, die vor ihnen sitzen. Ein Gedanke, der zeigt: Fortschritt bedeutet für sie nicht weniger Menschlichkeit, sondern mehr davon.
Eine, die anderen die Tür aufhält
Was diese Geschichte besonders macht, ist ihr Blick nach vorne. Meyding-Lamadé setzt sich intensiv dafür ein, dass mehr Frauen in der Medizin Führungspositionen übernehmen, ein Anliegen, das viele berufstätige Frauen kennen: der Wunsch, dass es für die nächste Generation ein bisschen leichter wird. Führung heißt für sie, Verantwortung zu übernehmen und andere zu fördern, nicht, im Rampenlicht zu stehen. Jungen Kolleginnen und Kollegen rät sie, neugierig zu bleiben, internationale Erfahrungen zu sammeln und sich Netzwerke aufzubauen, also genau das zu tun, was ihre eigene außergewöhnliche Laufbahn möglich gemacht hat.
Am Ende dieses besonderen Tages in Wiesbaden bleibt vor allem ein Gedanke hängen: Wenn dir das nächste Mal jemand sagt, etwas ginge nicht, frag einfach zurück, wie es doch gehen könnte. Genau das hat aus einer Ärztin eine Frau gemacht, die auf zwei Kontinenten Menschenleben rettet.
Quellen: Pressemitteilung zur Ordensverleihung sowie Berichterstattung der Hessischen Staatskanzlei zur Verleihung am 13. Juli 2026 in Wiesbaden.
Foto: Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé | Quelle: Krankenhaus Nordwest | Copyright: Krankenhaus Nordwest |




