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Mehr Niederlagen als Siege: Was Heike Henkel aus ihrer Karriere gelernt hat

1988, Olympische Spiele in Seoul. Heike Henkel steht in der Qualifikation zum Hochsprung, die Latte liegt bei 1,92 Metern. Ein Riss. Zwei Risse. Drei Risse. Für die junge Athletin aus Kiel ist der Wettkampf vorbei, bevor er richtig begonnen hat. Kein Finale, kein Trostpreis, nur die Erkenntnis, dass es an diesem Tag nicht gereicht hat.

Vier Jahre später steht Heike Henkel wieder auf der olympischen Bühne, diesmal in Barcelona. Wieder eine kritische Latte, diesmal bei 1,97 Metern. Die ersten beiden Versuche misslingen. Der dritte Versuch ist der letzte, den sie hat, um überhaupt im Wettbewerb zu bleiben. Sie sagt sich in diesem Moment sehr bestimmt selbst, dass sie nicht den weiten Weg nach Barcelona gekommen ist, um jetzt aufzugeben. Der dritte Sprung gelingt. Am Ende steht sie mit 2,02 Metern ganz oben auf dem Treppchen und wird Olympiasiegerin.

Vom Scheitern zur besten Hochspringerin ihrer Zeit

Zwischen Seoul und Barcelona liegen nicht nur vier Jahre, sondern eine der eindrucksvollsten Erfolgsserien der deutschen Leichtathletik. 1990 wird Heike Henkel Europameisterin, 1991 in Tokio Weltmeisterin mit einem neuen deutschen Rekord von 2,05 Metern, kurz darauf stellt sie in der Halle mit 2,07 Metern einen Weltrekord auf, der viele Jahre Bestand hat. 1992 folgen Olympia-Gold und der Titel Welt-Leichtathletin des Jahres. Bis heute ist sie die einzige Hochspringerin weltweit, die in drei aufeinanderfolgenden Jahren Europa-, Welt- und Olympiatitel gewonnen hat.

Das Bemerkenswerte daran: Diese Erfolgsserie beginnt nicht trotz Seoul, sondern in gewisser Weise wegen Seoul. Das frühe Scheitern dort war für sie kein Grund aufzuhören, sondern der Ausgangspunkt für eine Phase intensiver Arbeit an genau den Stellen, an denen es vorher nicht gereicht hatte.

Niederlage als Analyseaufgabe, nicht als Charaktermerkmal

Genau diesen Gedanken macht Heike Henkel in ihrem Buch zum Kern ihrer Botschaft: Eine Niederlage sagt nichts darüber aus, wer man ist, sondern nur darüber, was in diesem Moment noch nicht funktioniert hat. Wer das verwechselt und eine Niederlage zur Aussage über den eigenen Wert macht, blockiert sich selbst. Wer sie dagegen als das liest, was sie ist, nämlich als ehrliches Feedback, kann daraus arbeiten.

Diese Haltung lässt sich nicht nur im Hochsprung anwenden. Ob im Job, in der Selbstständigkeit oder in persönlichen Krisen: Die Frage ist nie, ob man scheitert, sondern was man aus dem Scheitern macht. Heike Henkel hat dafür einen klaren Stufenplan entwickelt, mit dem sich Rückschläge systematisch in Stärke verwandeln lassen. Wie dieser Plan im Detail aussieht, zeigt der nächste Teil dieser Reihe.


Dieser Artikel ist Teil einer Reihe zum Thema Umgang mit Rückschlägen, inspiriert vom Buch “Warum schwer, wenn’s leichter geht! Was du von einer Olympiasiegerin lernen kannst, für mehr Zufriedenheit” von Heike Henkel, erschienen bei Minerva Vision.

Erfolg darf sich gut anfühlen. Erfolg darf echt sein. Erfolg darf leicht gehen.

Das Buch ist zum Preis von 16 € im Buchhandel erhältlich sowie im MinervaStore (www.minervastore.de) direkt ab Verlag.

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