Gesund bleiben

Hätte mein Flat White meine MS verhindert? Eine Studie macht mich nachdenklich

Mein Leben mit MS:

Hallo und herzlich willkommen bei MS-Voices! Ich bin Irene, und hier dreht sich alles um das Leben mit Multipler Sklerose (MS). Als ich vor einigen Jahren die Diagnose erhielt, hat sich mein Alltag auf den Kopf gestellt – und ich war plötzlich mit unzähligen Fragen, Ängsten und Herausforderungen konfrontiert. In diesem Blog möchte ich meine persönlichen Erfahrungen mit euch teilen und Menschen eine Stimme geben, die unter MS leiden. Wie ist das wirklich, mit MS zu leben? Wie verändert es den Alltag, die Beziehungen und die Zukunftsplanung? Hier gibt es ehrliche Einblicke, praktische Tipps und die ein oder andere Anekdote aus meinem Leben – direkt aus dem Herzen einer Betroffenen.

Eine neue Studie bringt mich ins Grübeln: Kaffee könnte das MS-Risiko um 58 % senken. 10 Studien mit 19.430 Teilnehmern, wissenschaftlich ordentlich gemacht. Menschen, die Kaffee trinken, erkranken seltener an MS.

Und ich sitze hier mit meiner bereits diagnostizierten MS und frage mich: Hätte mehr Kaffee früher was geändert?

Was die Zahlen sagen

Die Metaanalyse hat 10 Beobachtungsstudien ausgewertet. Bei Kaffeekonsumenten fanden die Forscher eine Risikosenkung um 58 %. Odds-Ratio 0,42 – für die Statistik-Fans unter euch.

Koffein wirkt neuroprotektiv und anti inflammatorisch. Genau das, was bei MS helfen könnte. MS hat zwar eine genetische Komponente, aber es gibt auch schützende und verstärkende Faktoren.

Vielleicht ist Kaffee einer der Guten?

Meine Kaffee-Liebe

Ich liebe Kaffee. Kaffee Latte oder den australischen Flat White – logisch bei mir als absolutem Australien-Fan. Aber Kaffee trinken ist für mich nicht nur “Koffein reinschütten, um wach zu werden”.

Es gehört zu meinen Wohlfühlmomenten. Zu meinen kleinen Auszeiten. Mit Buch, mit Musik oder am liebsten mit meinem Jens zusammen. Aneinandergekuschelt auf dem Sofa, jeder mit seiner Tasse.

Diese Momente sind unbezahlbar. Aber hätten sie meine MS verhindern können?

Meine späte Kaffee-Entdeckung

Ich habe erst spät angefangen, diese Auszeiten richtig zu genießen. Früher war ich eher der Typ “schnell, schnell, keine Zeit für Pausen”. Kaffee war Funktionsgetränk.

Die Wertschätzung für gemütliche Kaffee-Momente kam später. Ironisch – genau dann, als die MS schon längst da war.

Was, wenn ich gewusst hätte, dass ich damit vielleicht meine MS hätte vermeiden können? Von der ich damals nicht mal wusste, dass es sie gibt.

Hätte ich mehr getrunken? Bewusster? Früher mit den entspannten Kaffee-Pausen angefangen?

Die “Was wäre wenn”-Nummer

Aber ehrlich – diese Gedanken bringen nichts. MS ist kompliziert. Gene, Umweltfaktoren, Viren, Stress, Vitamin-D-Mangel – alles spielt mit rein. Kaffee wäre höchstens ein Baustein.

Außerdem waren es Beobachtungsstudien. Die zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen. Vielleicht trinken Menschen, die später MS bekommen, einfach weniger Kaffee? Oder haben bestimmte Gene und mögen deshalb keinen Kaffee?

Die Forscher wollen jetzt prospektive Studien. Menschen über Jahre verfolgen und schauen, was passiert. Erst dann wissen wir mehr.

Kaffee ist so normal

Was mich fasziniert: Kaffee ist alltäglich. Kein exotisches Superfood, keine teure Pille. Einfach Kaffee.

Millionen Menschen trinken täglich ihre Tassen, ohne zu ahnen, dass sie vielleicht ihr MS-Risiko senken. Verrückt.

Aber vielleicht auch gut so. Stell dir vor, plötzlich würde jeder literweise Kaffee trinken, nur um MS zu vermeiden. Das wäre auch Quatsch.

Heute ist heute

Meine Beziehung zu Kaffee heute ist völlig unabhängig von Gesundheitsstudien. Ich trinke meinen Flat White, weil er schmeckt. Weil diese Momente mit Jens auf dem Sofa das Beste am Tag sind.

Die MS ist da. Punkt. Ob mehr Kaffee früher was geändert hätte? Weiß ich nicht. Will ich auch gar nicht wissen.

Was zählt, sind diese kleinen Glücksmomente jetzt. Der Duft von frischem Kaffee. Die warme Tasse in den Händen. Das Gefühl von Gemütlichkeit.

Dafür brauche ich keine Studie.

An meine MS-Mitstreiter

Falls ihr diese Studie lest und euch fragt, ob ihr “falsch” gelebt habt: Lasst es bleiben. MS passiert. Mit oder ohne Kaffee.

Aber falls ihr Lust auf eine Tasse habt: Trinkt. Nicht wegen der Studie, sondern weil es schön ist. Weil diese Pausen wichtig sind. Weil das Leben zu kurz für schlechten Kaffee ist.

Vielleicht hilft es ja trotzdem. 58 % Risikosenkung klingen verlockend. Aber selbst wenn nicht – ein guter Kaffee schadet nie.

Ich bleibe bei meinem Flat White. Mit oder ohne MS-Schutz. Aber auf jeden Fall mit Jens auf dem Sofa. Das reicht mir als Beweis.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, diesen Beitrag zu lesen! Ich hoffe, dass meine Erfahrungen dir ein Stück Klarheit oder Ermutigung schenken konnten. Als ich die Diagnose MS bekam, fühlte ich mich oft allein und überfordert. Genau deshalb habe ich ein Buch geschrieben, das ich selbst damals so dringend gebraucht hätte. „Spring, damit du fliegen kannst.: Ein Selbsthilfe-Ratgeber für MS-Erkrankte und ihre Angehörigen.“ Es ist bei Minerva-Vision erschienen. Wenn du Interesse hast, schau es dir gerne an – vielleicht ist es genau das, was auch dir weiterhelfen kann. Oder hör dir meinen Podcast „MS-Voices“ an. Bis zum nächsten Mal!

Du hast auch MS und möchtest mit mir in meinem Podcast darüber sprechen? Dann schreib mir eine Mail an: redaktion@minerva-vision.de.


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