Neustart 40+

Warum eine Niederlage das Beste ist, was dir passieren kann

Der Job ist weg, die Beziehung zerbrochen, das Projekt gescheitert. In solchen Momenten fühlt es sich nicht nach Chance an, sondern nach Ende. Und doch ist genau das der Punkt, an dem sich entscheidet, wie es weitergeht.

Eine Niederlage ist kein Urteil, sondern eine Nachricht

Was wir als Niederlage empfinden, ist im Kern nur eine Information: Das, was du bis jetzt gemacht hast, reicht noch nicht aus. Das klingt nüchtern, ist aber eine Erleichterung. Denn eine Nachricht kann man lesen, verstehen und darauf reagieren. Ein Urteil dagegen fühlt sich endgültig an, und genau diese Verwechslung ist es, die so viele Menschen in der Niederlage stecken bleiben lässt statt aus ihr herauszuwachsen.

Stell dir ein Kind vor, das schwimmen lernen will, sich aber quer durchs Wasser kämpft statt sich an die bewährte Technik zu halten. Beim ersten Vergleich schwimmen ihm die anderen davon. Kaum jemand würde diesem Kind sagen, es solle das Schwimmen ganz aufgeben. Man würde sagen: Du hast Kraft, aber deine Technik passt noch nicht. Mit uns selbst sind wir in solchen Momenten oft deutlich härter, als wir es mit einem Kind je wären.

Trost ja, Mitleid nein

Ein Rückschlag darf wehtun. Das Herz braucht manchmal einen Moment, um eine Niederlage zu verkraften, und dieser Moment ist erlaubt. Was dagegen selten weiterhilft, ist Mitleid, das eigene oder das der anderen. Mitleid fühlt sich zunächst angenehm an, liefert aber keine gute Grundlage für den nächsten Schritt. Es hält im Gestern fest, während Analyse und Verantwortung den Blick nach vorne richten.

Wer erkennt, dass er selbst einen Anteil an einem Misserfolg hat, gewinnt dadurch etwas sehr Wertvolles zurück: Handlungsfähigkeit. Denn verändern lässt sich immer nur das, was in den eigenen Händen liegt. Das ist unbequem, aber es ist zugleich der einzige Hebel, der wirklich funktioniert.

Der Unterschied liegt in der Haltung

Ob eine Krise das Leben ruiniert oder zur Chance wird, entscheidet vor allem die innere Haltung dazu. Manche Menschen sammeln in ihrer Statistik mehr Niederlagen als Siege und werden trotzdem, oder gerade deswegen, überdurchschnittlich erfolgreich. Der Unterschied liegt nicht darin, wie oft sie fallen, sondern darin, was sie aus dem Fallen machen.

Eine Person, die genau das nicht nur beschreibt, sondern in einer der größten Sportkarrieren Deutschlands selbst durchlebt hat, ist die Hochsprung-Olympiasiegerin Heike Henkel. Wie sie aus einem frühen sportlichen Rückschlag später Olympia-Gold gemacht hat, liest du im nächsten Teil dieser Reihe.


Dieser Artikel ist Teil einer Reihe zum Thema Umgang mit Rückschlägen, inspiriert vom Buch “Warum schwer, wenn’s leichter geht! Was du von einer Olympiasiegerin lernen kannst, für mehr Zufriedenheit” von Heike Henkel, erschienen bei Minerva Vision.

Erfolg darf sich gut anfühlen. Erfolg darf echt sein. Erfolg darf leicht gehen.

Das Buch ist zum Preis von 16 € im Buchhandel erhältlich sowie im MinervaStore (www.minervastore.de) direkt ab Verlag.

Teilen