Gesund bleiben

Warum 20 Minuten im Wald bei MS wahre Wunder wirken können

Mein Leben mit MS:

Hallo und herzlich willkommen bei MS-Voices! Ich bin Irene, und hier dreht sich alles um das Leben mit Multipler Sklerose (MS). Als ich vor einigen Jahren die Diagnose erhielt, hat sich mein Alltag auf den Kopf gestellt – und ich war plötzlich mit unzähligen Fragen, Ängsten und Herausforderungen konfrontiert. In diesem Blog möchte ich meine persönlichen Erfahrungen mit euch teilen und Menschen eine Stimme geben, die unter MS leiden. Wie ist das wirklich, mit MS zu leben? Wie verändert es den Alltag, die Beziehungen und die Zukunftsplanung? Hier gibt es ehrliche Einblicke, praktische Tipps und die ein oder andere Anekdote aus meinem Leben – direkt aus dem Herzen einer Betroffenen.

Du kennst das bestimmt: Die MS-Fatigue macht dir zu schaffen, die Stimmung hängt im Keller und du fragst dich, ob dir heute überhaupt noch was helfen kann. Eine Studie aus Wien hat jetzt was Faszinierendes rausgefunden: Schon 20 Minuten im Wald können messbare Entspannungseffekte bewirken.

20 Minuten – ist das nicht ungefähr die Zeit, die du brauchst, um alle deine MS-Tabletten zu sortieren und dabei zu fluchen, weil wieder eine unters Sofa gerollt ist?

Was die Wiener rausgefunden haben

66 Menschen wurden aufgeteilt: Die einen durften 20 Minuten im Wienerwald verbringen, die anderen mussten in der Stadt rumstehen. Stell dir vor, du ziehst das Los “Stadtgruppe” – da wärst du doch schon vor dem Experiment sauer gewesen, oder?

Vor und nach dem Ganzen haben sie Speichel gesammelt, um das Stresshormon Cortisol zu messen. Außerdem mussten alle Fragebögen ausfüllen – kennst du ja zur Genüge von Arztterminen.

Das Ergebnis: Bei der Waldgruppe sank das Cortisol von 4 auf 2 ng/mL. Bei der Stadtgruppe passierte nichts. Das Stresshormon halbierte sich praktisch beim Spaziergang zwischen Bäumen.

Denkst du dir auch: “Warum zum Henker hat mir das noch niemand erzählt?”

Stimmung rauf, Stress runter

Noch krasser war die Sache mit der Stimmung. Die Waldleute blieben gut drauf, während bei der Stadtgruppe die positive Stimmung um 25 % runterging. Gleichzeitig wurden die schlechten Gefühle im Wald um 12 % weniger.

Fragst du dich auch, warum dein Neurologe dir sowas nicht verschreibt? “Frau Müller, nehmen Sie zweimal täglich 20 Minuten Wald. Rezeptfrei und ohne Nebenwirkungen.”

Warum das für uns MS-ler mega ist

Wenn die MS zuschlägt, kennst du das: Die Fatigue legt sich wie Blei über alles. Du bist hundemüde, ohne was getan zu haben. Miesepetrig, ohne Grund. Die MS macht halt, was sie will – und das heißt meist: Stress hoch, Energie runter, Laune im Keller.

Das Gute an der Studie: Die Leute im Wald mussten keinen Marathon laufen. Die sind gemütlich gegangen oder haben sich hingesetzt. Perfekt für uns, wenn die Beine wieder mal nicht so wollen wie der Kopf.

Daniela Haluza von der Meduni Wien sagt dazu: “Bereits ein kurzer Aufenthalt im Wald die Stimmung verbessert”. Ein Waldspaziergang kostet nichts außer Zeit – und davon haben wir MS-ler ja manchmal ungewollt reichlich.

Endlich mal einfach

Mal ehrlich – wann warst du das letzte Mal richtig im Wald? Nicht nur schnell durch zum Auto, sondern richtig da sein. Bäume angucken, Äste knacken hören, vielleicht sogar mal tief durchatmen, ohne dabei an den nächsten Arzttermin zu denken.

Die Studie steht im Fachjournal “Forests” – ein Journal namens Wälder, das passt doch schon mal. Die haben wissenschaftlich sauber gemessen: Waldbesuch senkt negative Gefühle, hebt positive und baut Stress ab. Besser als so manche Pille.

Denkst du dir auch: “Endlich mal Forschung, die nicht kompliziert ist. Geh raus, fertig”?

Du brauchst keinen teuren Therapeuten, keine neue Medikation, keinen Survival-Kurs. Der Wald um die Ecke reicht.

Was da eigentlich passiert

Die Forscher vermuten, dass verschiedene Sachen zusammenwirken: das Grün der Bäume, Vogelgezwitscher, Waldgerüche. Sie wollen noch erforschen, ob andere Wälder anders wirken und ob der Herbstwald genauso gut ist wie der Frühlingswald.

Ich stelle mir schon die Studien vor: “Hilft Fichte besser gegen MS-Fatigue als Eiche?” Irgendwann gibt’s bestimmt Rezepte: “Patient braucht 3x wöchentlich Mischwald, bei akuter Erschöpfung Nadelwald.”

Die Forscherin Haluza sieht das Ganze als Chance für die Gesundheitsversorgung. Stell dir vor: Krankenkassen zahlen “Waldbäder” und Ärzte verschreiben Baumtherapie.

Wärst du auch dabei, wenn deine Krankenkasse “Therapeutisches Waldgehen” als Leistung anbietet?

Nicht jeder hat Wald vor der Tür

Die Wiener betonen auch: Nicht jeder kann sich teure Berg-Urlaube leisten, aber ein Waldspaziergang ist für die meisten machbar. Schon 20 Minuten wirken – das ist ’ne wichtige Botschaft.

Für uns heißt das: Wir müssen nicht den perfekten Wellness-Tempel buchen. Der Stadtwald reicht. Wissenschaftlich bewiesen, praktisch umsetzbar.

Was der Wald für mich ist

Wie auch immer diese Studie anderen hilft – der Wald ist für mich längst Lieblingsplatz. Er ist mein Ruhe-Ort. Meine Tankstelle. Das Zuhause von Bambi, Klopfer und Blume – ja, ich bin 50+ und denke immer noch an Disney-Figuren, wenn ich Rehe sehe.

Für mich ist der Wald der Ort, wo sich Elfen und Trolle treffen. Wo Magie passiert und Märchen erzählt werden, die ich im MS-Alltag so dringend brauche. Zwischen den Bäumen finde ich Geschichten, die mir Kraft geben.

Der Wald erinnert mich daran, dass es mehr gibt als Spritzen, MRT-Termine und die tägliche Frage “Wie fühlst du dich heute?”. Er war schon da, bevor die MS kam. Er wird auch da sein, wenn wir alle längst Ruhe gefunden haben.

Also: Wann warst du das letzte Mal 20 Minuten im Wald? Die Wissenschaft aus Wien sagt: Mach’s. Deine MS wird sich bedanken. Und vielleicht triffst du ja Bambi – oder wenigstens ein paar entspannte Eichhörnchen.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, diesen Beitrag zu lesen! Ich hoffe, dass meine Erfahrungen dir ein Stück Klarheit oder Ermutigung schenken konnten. Als ich die Diagnose MS bekam, fühlte ich mich oft allein und überfordert. Genau deshalb habe ich ein Buch geschrieben, das ich selbst damals so dringend gebraucht hätte. „Spring, damit du fliegen kannst.: Ein Selbsthilfe-Ratgeber für MS-Erkrankte und ihre Angehörigen.“ Es ist bei Minerva-Vision erschienen. Wenn du Interesse hast, schau es dir gerne an – vielleicht ist es genau das, was auch dir weiterhelfen kann. Oder hör dir meinen Podcast „MS-Voices“ an. Bis zum nächsten Mal!

Du hast auch MS und möchtest mit mir in meinem Podcast darüber sprechen? Dann schreib mir eine Mail an: redaktion@minerva-vision.de.


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