Kolumne

Nostalgie-Erinnerungen: Zeitreise in die Vergangenheit

Eine Brücke zur Vergangenheit:

Meine Oma erzählte viel von früher. Von der Zeit, in der Frauen nicht wählen durften, und dass sie mit 9 Jahren aus der Schule genommen wurde, um im Haushalt zu helfen und ihre jüngeren Geschwister zu versorgen. Das hat mich tief beeindruckt.


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„Geh in die Schule und lerne alles!“

Geh in die Schule und lerne alles!“ Es war nicht nur ein Ratschlag, es war ihre tiefe Überzeugung, die aus eigener Erfahrung kam: Sie selbst hatte nie die Chance bekommen, die Schule wirklich zu besuchen. In ihrem Wunsch, mir all das zu ermöglichen, was ihr verwehrt geblieben war, lag keine Forderung – sondern ein Hinweis darauf, welche Türen Bildung öffnen kann.

„Kind, du weißt gar nicht, wie gut du es hast. Du kannst alles werden. Alles!“, ergänzte sie oft.Damit gab sie mir etwas sehr Kostbares mit auf den Weg: das Vertrauen, dass ich wertvoll bin und dass die Zukunft offen ist. Kinder brauchen dieses tiefe Gefühl, gesehen und verstanden zu werden, um von sich aus lernen zu wollen.

Kein Druck, keine Belohnung von außen wirkt auf Dauer so stark wie die innere Motivation, der eigene Wunsch nach Erkenntnis und persönlichem Wachstum. Diese innere Kraft wächst, wenn Kinder spüren, dass das Lernen einen Sinn ergibt – nicht nur für die Schule, sondern fürs Leben. Geschichten wie die meiner Großmutter können genau diesen Sinn sichtbar machen.

Heute sehe ich es bestätigt, wenn meine Tochter – sie ist Grundschullehrerin – mir dieselben Worte sagt: „Kinder brauchen Sinn, nicht Druck. Sie lernen dann, wenn sie lernen wollen.“ Manchmal muss man Kindern gar nicht viel beibringen, sondern ihnen vor allem zeigen, dass man an sie glaubt und dass Bildung ihnen helfen kann, selbstbestimmt und glücklich zu leben. Genau das meinte meine Oma – auch wenn sie es damals vielleicht nicht genau so gesagt hätte.

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