Psychologie

Love it or leave it – Was Frauen an Männern wirklich nervt (und umgekehrt!)

Lenas Welt

Hier schreibt Lena Martens – 38 Jahre alt, Mutter, ganz gut im Job und Liebhaberin von extra starkem Kaffee, guter Musik und tiefgehenden, aber unterhaltsamen Gesprächen über das Leben.

Neulich saß ich mit meiner Freundin Ute bei einem Glas Wein, als sie mit den Augen rollte und sagte: „Warum kann er nicht einfach mal zuhören, ohne eine Lösung präsentieren zu wollen?“ Wir seufzten, verdrehten die Augen und tranken noch einen Schluck. Abends dachte ich nochmal darüber nach. Was nervt uns eigentlich so an dem anderen? Höchste Zeit, mal einen grundehrlichen Blick darauf zu werfen! Ich hatte allerdings zwei Gläser Wein…..

Was Frauen an Männern nervt

  1. Das Lösungssyndrom – Manchmal wollen wir einfach nur reden und verstanden werden, ohne dass gleich ein Fünf-Punkte-Plan zur Problemlösung präsentiert wird.
  2. Multitasking-Blackout – „Ich kann gleichzeitig reden und fernsehen“ – „Nein, kannst du nicht! Mach die Glotze aus und hör mir gefälligst ordentlich zu.
  3. Emotionsphobie – Warum fällt es manchen Männern so schwer, Gefühle zu zeigen? Ein einfaches „Das tut mir leid“ reicht manchmal schon völlig aus, damit wir zufrieden sind.
  4. Ignorierte To-dos – „Ich mach das später“ – Spoiler: Später heißt in Wirklichkeit „Niemals, niemals, niiiiieeeemals! Oder, bis du mich wieder daran erinnerst“.
  5. Unverbindlichkeit – „Schauen wir mal“ oder „Ich meld mich dann“ – Neeeee, is klar. Ehrlichkeit spart uns allen Zeit und Nerven!

Und dann gibt es noch die klassischen Kommunikationsfallen – und mein persönliches Paradebeispiel: Mein Geburtstag. Ich war verreist mit dem Vater meiner Kinder, und er fragte mich im Vorfeld: „Was willst du an deinem Tag machen?“ Ich, großzügig und weltgewandt: „Oooooch nichts.“ Ich übersetze: ich meinte damit: „Lass dir doch was einfallen. Mir fällt selbst nichts ein, aber sowas großes Gefühlvolles wär schon toll. Es muss aber von dir kommen, und fühl dich nicht unter Druck gesetzt.“ Und was machte er? Nichts. Er gratulierte mir, setzte sich entspannt hin – und tat nichts weiter. Als ich wieder atmen konnte und sich der rote Schleier der Wut allmählich verzog und ich mich über seine Ignoranz beschwerte, war er vollkommen fassungslos. „Aber du hast doch gesagt, du willst nichts machen!“ Ja, aber … eben nicht so! Wir sind nicht mehr zusammen. Unter anderem wegen solcher Geschichten.


Weitere Themen:

Was Männer an Frauen nervt

  1. „Nichts“ heißt nicht nichts – Wir sagen „Es ist nichts“, aber erwarten, dass unser Gegenüber trotzdem weiß, was los ist.
  2. Endlose Entscheidungsschwäche – „Was wollen wir essen?“ – „Mir egal.“ – „Pizza?“ – „Nee, lieber nicht.“
  3. WhatsApp-Romanzen – Warum antworten wir manchmal mit einer halben Novelle, während er mit „Okay“ reagiert? Kommunikation kann unterschiedlich aussehen.
  4. Shopping-Marathons – Wir verstehen: Männer mögen gezieltes Einkaufen, während wir es als Freizeitvergnügen sehen. Ein ewiger Konflikt.
  5. Überinterpretation – Ja, er hat „Gute Nacht“ geschrieben. Nein, das bedeutet nicht, dass er sich trennen will.

Männer und Frauen passen eigentlich gar nicht zusammen

Vielleicht wäre es einfacher, wenn wir Dinge sagen, wie wir sie meinen. Vielleicht sollten Männer öfter mal nachfragen, wenn sie sich unsicher sind – und Frauen aufhören, aus Trotz „Mir egal“ zu sagen, wenn es offensichtlich nicht egal ist. Vielleicht hilft es, das Offensichtliche anzusprechen, anstatt zu hoffen, dass der andere es einfach irgendwann begreift. Und wenn es dann trotzdem nicht funktioniert? Dann geht man besser seiner eigenen Wege – denn die Liebe zu dir selbst ist etwas, was dir keiner nehmen kann. Warum muss manches im Leben so kompliziert sein?

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