Mindful Moments

Ein schneller Weg zurück zu dir – in einem einzigen Moment

Wie werde ich wieder ganz, wenn ich so vieles von mir unterdrückt habe?

Manchmal fühlt sich das Leben an wie ein Puzzle. Eins, bei dem viele Teile verloren gingen.
Die wütende Seite. Die lebendige. Die traurige. Die fordernde. Die kindliche. Und du fragst dich: Wie soll ich je wieder ganz werden, wenn ich mich so lange in Einzelteile zerschnitten habe?


Du bist damit nicht alleine – und du bist auch nicht die erste.

Das wissen wir, weil man in vielen schamanischen Traditionen – ob aus Sibirien, Südamerika oder dem keltischen Raum – bei traumatischen Erfahrungen vom Verlust von Seelenanteilen spricht: Ein Teil von uns spaltet sich ab, wenn das Leben zu schmerzhaft, zu überfordernd, zu beschämend war. Er zieht sich zurück, um zu überleben. Die gute Nachricht: Diese Seelenanteile sind nicht weg. Sie warten. Geduldig. Bis du bereit bist, sie zurückzuholen.


Du kannst eine Psychotherapie machen. Oder eine Reiki-Behandlung, meditatives Malen, Yoga – das Angebot zur Ich-Findung ist groß. Ich möchte dir eine Möglichkeit anbieten, mit der ich gute Erfahrung gemacht habe. Es ist eine Zeremonie der Seelenrückholung in Form einer Mediation. Das Schöne daran ist, dass unser Inneres uns nur die Bilder zeigt, die wir auch verkraften. Darauf beruht die Tiefenpsychoanalyse von Jung. Mit diesem Ritual der Seelenrückholung kann sich jeder Mensch zunehmend vervollkommnen:


Dein Weg zur Ganzheit

Wenn du lange Zeit das Gefühl hattest, dir fehlt etwas – ein Teil deiner Kraft, deiner Lebendigkeit, deines Lichts – dann kann es sein, dass ein Teil deiner Seele sich zurückgezogen hat. Nicht weil du versagt hast, sondern weil du überlebt hast. Diese Zeremonie ist eine Einladung, den verlorenen Teil zurückzuholen. Nicht mit Gewalt. Nicht mit Druck. Sondern mit liebevoller Erinnerung. Mit Achtung. Mit Licht.


Vorbereitung

Wähle einen ruhigen Ort. Zünde eine Kerze an. Atme einige Male tief durch. Spüre deinen Körper. Deine Präsenz. Deinen Willen, wieder ganz zu werden.

Die Rückholung

Schließe die Augen. Entspanne dich und stelle dir vor, dass dein Körper durchlässig wird. Er sinkt durch den Boden des Zimmers und durch die einzelnen Gesteinsschichten der Erde. Du siehst erst die fruchbare Erde, dann die Felsschicht und schließlich den feurigen Kern unseres Planeten. Und dann wachst du auf und befindest dich am Ufer eines Flusses. Du folgst dem Fluss und wanderst durch einen tiefen Wald, bis du an einen See kommst. Mitten im See liegt eine Insel. Du siehst eine Brücke, die zu der Insel führt und setzt dich ans Ufer des Sees. Sprich laut oder leise: “Ich rufe dich, mein verlorener Teil. Ich rufe dich heim. Du bist mir heilig. Du bist mir willkommen.” Warte. Empfange. Lass das Bild kommen. Vielleicht erscheint ein Kind auf der Brücke. Vielleicht steigt ein Delphin aus deinem Fluss, oder eine Schildkröte. Vielleicht kommt ein Tiger von hinten, aus dem Wald. Oder ein Licht tanzt auf dich zu.

Sprich: „Was brauchst du, um zurückzukehren?“ Vielleicht will der Anteil Berührung. Er will, dass du mit ihm spielst. Ihn würdigst. Vielleicht braucht er Zeit – er wird es dich wissen lassen.

Lade diesen Anteil ein, in deinen Körper zurückzukehren. Spüre, wo er sich niederlassen möchte. Lege dort deine Hände hin. Atme. Fühle, wie du vollständiger wirst. Stelle dir nun vor, wie du dich mit goldenem Licht umhüllst. Dieses Licht bildet einen schützenden Kreis um dich. Alles, was zu dir gehört, bleibt bei dir. Alles Fremde bleibt draußen. Sprich: “Ich bin jetzt ein Stück ganzer. Ich danke dir. Ich ehre dich. Willkommen zu Hause.”


Wenn der Verstand zu laut ist – und das Herz nicht mehr spricht

Schamanische Rituale wie die Seelenrückholung wirken oft tiefer und unmittelbarer als rein kognitive Methoden, weil sie nicht über den Verstand gehen, sondern direkt über die Bilderwelt, die Intuition und den Körper. Spiegelkinder haben eines sehr früh gelernt: Zu beobachten. Zu analysieren. Zu funktionieren. Sie spüren jede Schwingung im Raum. Sie scannen Gesichter, Töne, Gesten – weil ihr inneres System ständig fragt: Bin ich sicher? Bin ich richtig? Muss ich mich anpassen? Das hat eine Folge: Ihr kognitives System ist überaktiv. Ihr kritisches Bewusstsein ist oft so stark ausgeprägt, dass sie alles – wirklich alles – hinterfragen: Darf ich das fühlen? Ist das logisch? Was würde jemand anders dazu sagen? In der Psychoanalyse wird überlegt, eingeordnet, interpretiert. Das kann wichtig und hilfreich sein – aber bei stark angepassten Menschen kann genau das zur Falle werden. Denn sie analysieren sich schneller, als sie fühlen. Sie verstehen – aber sie spüren nicht.


Die Kraft des Schamanischen: Der Verstand macht Pause

In einer schamanischen Zeremonie passiert etwas anderes. Es wird nicht gefragt, sondern gerufen.
Nicht zerlegt – sondern gehalten. Nicht erklärt – sondern integriert. In Bildern, Symbolen, Klängen, inneren Reisen tritt das Ego zur Seite – und etwas Tieferes darf auftauchen. Das kritische Bewusstsein wird umgangen, bis es für einen Moment ruhig wird. Und genau dann kann Heilung geschehen: Wenn das Herz fühlt, was der Kopf nicht benennen kann.

Zum Weiterlesen: “Aschenkind” von Livia Brand. Viele Kinder narzisstischer Mütter wachsen äußerlich „gut“ auf. Sie sind gepflegt. Werden pünktlich zur Schule gebracht. Haben eine Brotdose mit geschnittenem Obst. Was fehlt, ist nicht das Sichtbare – es fehlt das Gesehenwerden. Betroffene wissen im Inneren, dass etwas nicht stimmt, haben aber keine Worte dafür. Ein Selbsthilfe-Ratgeber für alle, die glauben, nicht richtig zu sein. Es kann sein, dass die Ursache gar nicht in dir liegt.

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