Kolumne

Nostalgie-Erinnerungen: Zeitreise in die Vergangenheit

Kaffeetrinken

„Kind, sollen wir nochmal Kaffeetrinken gehen?“ Diese Worte waren eine Einladung in eine Welt des Verweilens. Denn in unserer Stadt gab es eine Konditorei, mit mehrschichtigen Tortenkreationen und sagenhafter heißer Schokolade. Dorthin zog es uns, meine Oma und mich, wenn der Alltag eine Pause brauchte.

Der Fenstertisch und die kleine Tradition

Einmal im Monat fanden wir uns dort ein, stets am selben Platz – am Fenstertisch, an dem meine Großmutter durchaus majestätisch thronte. Sie kannte viele, und viele kannten sie. Mit einem Nicken, einem fröhlichen Winken grüßte sie Bekannte, voller Stolz, dass sie hier saß, mit mir, ihrem Enkelkind.

Es war ein Innehalten, ein Raum, in dem nichts eilte, in dem der Kuchen süßer und der Kaffee reicher schmeckte, einfach weil wir uns dafür Zeit nahmen.


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Gemeinsam genießen und einfach mal reden

Diese Ausflüge waren unsere Gelegenheit, uns verwöhnen zu lassen und in Ruhe zu plaudern. Es ging nicht um die großen Fragen der Welt, sondern um die kleinen Dinge des Lebens, die wir miteinander teilten. Die Farbe des Himmels an diesem Nachmittag. Ob es bald regnen würde. Welche Farbe ihre neue Bluse hatte. Dass die Katze des Nachbarn immer im Gemüsebeet scharrte. Es war einfach eine schöne Möglichkeit, uns nahe zu sein und die Zeit zu genießen. Also, geht Kaffeetrinken, Verabredet euch. Sucht euch einen Fenstertisch. Winkt einem Bekannten zu. Hört zu, sprecht, lacht. Das ist keine verlorene Zeit– es ist Qualitätszeit.

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