Gewinne gegen Narzissten: Warum du dich für Dinge entschuldigst, die du gar nicht zu verantworten hast
Wie narzisstische Partner Schuld subtil weiterreichen
„Ich habe mich sogar entschuldigt, weil ich geweint habe. Weil ich mich verletzt gefühlt habe. Weil ich eine Grenze ziehen wollte.“
Wenn du dich selbst in solchen Momenten erkennst, dann bist du nicht schwach. Du bist wahrscheinlich lange über deine eigene Belastungsgrenze gegangen, um die Beziehung zu stabilisieren – koste es, was es wolle.
Wie es beginnt – und warum es so leise passiert
Am Anfang warst du vielleicht noch klar: Du hast gesagt, was dich stört. Du hast gespürt, was dir nicht guttut. Aber irgendwann bist du in den Schuldmodus gerutscht. Nicht weil du falsch warst, sondern weil du gelernt hast, dass jedes ehrliche Gefühl einen Preis hatte: Rückzug. Schweigen. Wut. Und um die „Beziehung zu retten“, hast du begonnen, dich selbst zu zensieren. Und zu entschuldigen – für alles.
Typische Schuld-Sätze (und ihre echte Botschaft)
| Was du sagst | Was du eigentlich fühlst |
|---|---|
| „Sorry, ich wollte nicht übertreiben.“ | Ich spüre was – aber hab Angst, dass du gehst. |
| „Tut mir leid, wenn das falsch rüberkam.“ | Ich weiß nicht mehr, ob ich mir trauen darf. |
| „Vielleicht hab ich’s übertrieben …“ | Ich bin mir unsicher, weil du mich so oft infrage gestellt hast. |
| „Ich will keinen Streit.“ | Ich hab gelernt: Nähe gibt’s nur, wenn ich klein bleibe. |
Diese Sätze schützen dich kurzfristig – aber langfristig verlierst du deine innere Wahrheit.
War ich wirklich „schuld“?
Beantworte folgende Fragen ehrlich – ohne Bewertung:
- Habe ich mich heute entschuldigt, ohne dass ich wirklich etwas falsch gemacht habe?
- Habe ich versucht, Frieden herzustellen, obwohl ich selbst verletzt war?
- Habe ich mein Bedürfnis zurückgestellt, um keine Diskussion auszulösen?
- Fühle ich mich schuldig, wenn ich ehrlich bin?
- Habe ich oft das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen – sogar für meine Gefühle?
Wenn du bei mehreren Fragen innerlich genickt hast: Dann übernimmst du Verantwortung für etwas, das nicht deins ist.
Du darfst Schuld zurückgeben
Du bist nicht verantwortlich für die Reaktion eines anderen auf deine Wahrheit.
Du darfst ehrlich sein.
Du darfst weinen.
Du darfst widersprechen.
Und du darfst nicht schuld sein, nur weil jemand anderes deine Grenze nicht aushält.
Der innere Freispruch
Schreib dir selbst heute folgende Sätze auf – und lies sie laut:
✨ „Ich muss mich nicht entschuldigen, wenn ich verletzt bin.“
✨ „Ich darf sagen, was ich fühle – ohne Schuld.“
✨ „Ich bin nicht für die Stimmung eines anderen verantwortlich.“
Wenn du willst, ergänze deinen eigenen Freispruch:
„Ich bin nicht schuld an: ____________“
(Was auch immer dir spontan einfällt – schreib es auf.)
Diese Übung schafft Raum. Und in diesem Raum darfst du wieder wachsen.
Quick-Check:
Du bist nicht zu viel.
Du bist nicht falsch.
Und du bist ganz sicher nicht die Ursache für das Gewitter eines anderen.
Ab heute: Weniger Entschuldigung, mehr Selbstachtung.

Zum Weiterlesen: “Gewittermensch” von Livia Brand. Manchmal kann man Narzissten nicht entgehen. Sie können Teil deiner Familie sein oder tauchen an deinem Arbeitsplatz auf. Man kann sich gegen sie behaupten, ohne sich in ihre Strategien verwickeln zu lassen. Aber dazu braucht es eine funktionierende Taktik und einen kühlen Kopf.




