Freizeit

Was alle über dich wissen!

Was du online postest, ist wie ein Fußabdruck in Beton!


Habt ihr heute schon was gelöscht? Eine peinliche WhatsApp-Nachricht? Das Urlaubsfoto mit Sonnenbrand? Oder den Kommentar unter dem Facebook-Post von Tante Gerda, der doch etwas zu ehrlich war? Tja … schlechte Nachrichten: Nichts, was du ins Netz stellst, geht jemals verloren.

Aber gute Nachrichten gibt’s auch – denn genau darin liegt die Chance für eine ganz besondere Heldin unserer Zeit: die digitale Forensik. Und mit ihr eine neue Superkraft: Carve-DL, eine KI, die das Unmögliche möglich macht. Stellt euch einfach Folgendes vor: Die Mona Lisa, das berühmteste Gemälde der Welt … und plötzlich ist sie verschwunden. Ein Diebstahl, ein geheimer Verkauf im Darknet und eine Spur, die sich nach Vernichtung der belastenden Beweise scheinbar im Nichts auflöst. Alle Spuren? Gelöscht. Alle Daten? Vernichtet. Sogar Leonardo würde sich im Grab umdrehen – wenn er denn wüsste, was ein Darknet ist. Aber keine Sorge. Im digitalen Zeitalter ist nichts je wirklich weg – vor allem nicht, wenn Künstliche Intelligenz im Spiel ist. Denn genau wie bei einem guten Zaubertrick gilt auch hier: Das Unsichtbare ist oft nur gut versteckt.

Und jetzt kommt das Projekt Carve-DL ins Spiel. Was klingt wie ein neuer Grilltrend, ist in Wahrheit ein Meilenstein der digitalen Forensik. Dahinter steckt das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) – also echte Profis, wenn es darum geht, Daten aus dem digitalen Jenseits zurückzuholen. Man könnte sagen: Sie sind so etwas wie die Geisterbeschwörer der IT-Welt. Nur mit weniger Weihwasser – und mehr Swin Transformer V2.

Was macht Carve-DL so besonders?

Stellt euch vor, jemand zerreißt ein Foto in 300 Stücke, wirft die Hälfte davon in den Schredder und löscht den Rest von der Festplatte. Und dann kommt Carve-DL und sagt: „Moment, ich kann da noch was machen.“ Dank Deep Learning, ResNet und einem Verfahren namens Supportive Clustering with Contrastive Learning (kurz: ein Name, den sich kein Mensch merken kann), gelingt es der KI, selbst stark fragmentierte Daten wie ein Puzzle wieder zusammenzusetzen. Und das, ohne vorher das Bild zu kennen.

Ein (fiktiver) Fall fürs Kino: Der Mona-Lisa-Raub

In einem begleitenden Video wird das Ganze zum Thriller: Die Mona Lisa wird gestohlen und online verkauft. Und als ob das nicht schlimm genug wäre, löscht der Dieb auch noch alle digitalen Spuren. Aber die KI gibt nicht auf. Wie Sherlock Holmes mit einem USB-Stick analysiert Carve-DL jedes Fitzelchen, erkennt Muster, sortiert Fragmente und setzt sie wieder zusammen. Am Ende ist das berühmte Lächeln zurück. Nur die Frage bleibt: Lächelt sie vor Erleichterung – oder weil sie weiß, dass sie nie ganz verschwindet?

Warum das wichtig ist

So unterhaltsam das klingt – der Ernst dahinter ist real: In der digitalen Forensik geht es um viel mehr als Gemälde. Es geht um Beweise. Um Gerechtigkeit. Um Daten, die plötzlich entscheidend sein können. Gelöschte Cache-Dateien, zerschredderte Bilder, verschwundene Dokumente – Carve-DL kann sie rekonstruieren. Und das schneller, präziser und umfassender als jede bisherige Methode.

Was bleibt?

Carve-DL zeigt uns: Was einmal gespeichert wurde, ist vielleicht nicht mehr sichtbar – aber noch längst nicht verschwunden. Und während wir staunen, wie künstliche Intelligenz sogar die Mona Lisa aus dem digitalen Nebel zurückholen kann, sollten wir uns eines immer bewusst machen:

Das Internet vergisst nicht.


Nicht dein Selfie aus der Badewanne. Nicht das PDF, das du aus Versehen geteilt hast. Und ganz sicher nicht das Video, das du 2011 mit dem Titel „Mannschaftsfahrt Malle!“ hochgeladen hast. Künstliche Intelligenz kann heute retten, was wir gestern verloren glaubten. Aber sie erinnert uns auch daran:
Datenschutz ist kein Spaß – und digitale Spuren sind wie Fußabdrücke im Beton.


Weitere Themen:

In diesem Sinne: Lächelt ruhig – aber überlegt euch gut, wo ihr das Foto hochladen. Denn wer weiß? Vielleicht analysiert es irgendwann eine KI vor einem wichtigen Vorstellungsgespräch. Und dann ist die Malle-Mannschaftfahrt vielleicht nichts, woran du erinnert werden willst.




Hier schreibt Jonas Weber. Mit einer Mischung aus fundierter Forschung und einer Portion Humor vermittelt er komplexe Themen verständlich und unterhaltsam.Wenn er nicht gerade über die neuesten Erkenntnisse aus der Gehirnforschung schreibt, findet man ihn bei einem guten Espresso, auf der Suche nach dem perfekten Wortspiel oder beim Diskutieren über die großen Fragen des Lebens – zum Beispiel, warum man sich an peinliche Momente von vor zehn Jahren noch glasklar erinnert, aber nicht daran, wo man den Autoschlüssel hingelegt hat.


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