
Der beste Grünkohl der Welt
Grünkohl kocht man nicht in kleinen Mengen. Grünkohl ist kein Snack, kein Superfood, kein Lifestyle. Grünkohl ist eine Entscheidung.
Meine Oma hat Grünkohl gekocht, wenn es kalt wurde. Und zwar in Mengen, dass die Fenster beschlugen. Ich mach’s heute genauso. In einem riesigen Topf – aus einem großen schwedischen Möbelhaus. Der kommt zum Einsatz, wenn ich für meine Kinder, Eltern, Schwiegereltern koche. Und alle freuen sich. Niemand fragt, ob das regional ist. Es riecht nach Zuhause.
Und ja: Man kann Grünkohl einfrieren. Und ja: Am nächsten Tag schmeckt er sogar besser. Wer einmal eine Portion zu wenig hatte, macht das kein zweites Mal.
Zutaten (für eine große Runde oder für den Tiefkühler)
- 2 kg frischer Grünkohl (oder 1,5 kg TK)
- 2–3 Zwiebeln
- 4 Birnen
- 10 mittelgroße Kartoffeln
- 2–3 EL Gänseschmalz
- Mettwürstchen, grobe Bratwurst, Kasseler – nach Gusto
- Gekörnte Brühe, Salz, Pfeffer
- Liebstöckel, Majoran
- Senf (optional)
Zubereitung
Grünkohl vorbereiten:
Frischen Kohl blanchieren (3 Min. in kochendem Wasser), abgießen, Strunk raus, Blätter grob schneiden. TK-Grünkohl? Spar dir den Schritt – der ist schon vorbereitet.
Speck, Zwiebeln und Birne:
Zwiebeln fein hacken, Speck und Birnen würfeln. Im Gänseschmalz glasig anschwitzen, bis es duftet. Gänseschmalz lohnt sich. Ehrlich.
Kohl & Kartoffeln:
Grünkohl zugeben, mit Wasser auffüllen, Brühe, Salz, Pfeffer dazu. Kartoffeln schälen, würfeln, mitkochen. Mettwurst ebenfalls. Kasseler und Bratwurst erst 30 Minuten vor Schluss dazugeben.
Kochen lassen – und zwar richtig:
Mindestens 1,5–2 Stunden bei mittlerer Hitze. Kein al-dente-Quatsch. Grünkohl will Zeit. Nur dann wird er weich, süßlich und bekömmlich.
Abschmecken:
Mit Liebstöckel, Majoran, Salz, Pfeffer – und einem Klecks Senf, wenn man mag. Der bringt Tiefe.
Servieren – oder für später einfrieren
Heiß servieren mit kräftigen Brötchen.
Oder abkühlen lassen, portionsweise einfrieren – für Tage, an denen man keine Lust auf Kochshows, nur auf gutes Essen hat.
Und noch was zum Thema Rohkost und Smoothies
Manche werfen rohen Grünkohl in Mixer und halten das für gesund. Ich sag’s mal so: Grünkohl ist zäh. Seine Zellstruktur muss aufgebrochen werden – durch Kälte und durch langes Kochen. Sonst geht das Gute einfach durch, ohne Spuren zu hinterlassen.
Also: Kochen. Und zwar lang.
Dann entfaltet sich das volle Aroma. Dann verbindet sich alles: Zwiebel, Brühe, Wurst, Birne.
Dann wird’s gut. Und dann macht’s satt – und glücklich.
Fazit:
Grünkohl ist kein Trend. Grünkohl ist Kultur.
Und dieser Eintopf ist nicht bloß ein Rezept. Er ist ein Versprechen:
Wärme, Geschmack und genug für alle.
Das Rezeptfoto ist KI-generiert.